Hintergrund

Wissenswertes über den Schwa-Laut

Im Deutschen begegnet uns der Schwa-Laut häufig am Wortende. Wörter, die geschrieben mit einem e enden, enden gesprochen mit ǝ. Ein auf...

Alexander Fillbrandt Geschrieben von Alexander Fillbrandt · 1 Min. lesen >

Im Deutschen begegnet uns der Schwa-Laut häufig am Wortende. Wörter, die geschrieben mit einem e enden, enden gesprochen mit ǝ. Ein auf dem Kopf stehendes und verdrehtes kleines e. Isoliert klingt der Schwa-Laut eher wie ein kratzendes Ausatmen, wenn wir überrascht sind. Probiere es aus Trepp-ǝ, Hos-ǝ, mocht-ǝ. Wir treffen das [ǝ] aber auch in Vorsilben wie ge- oder be-.

Vokale in der IPA

Einfach zu bilden

Wenn man es ökonomisch betrachtet, ist der Schwa-Laut von allen Lauten derjenige, der am einfachsten zu bilden ist. Als Vokal dedarf es keiner Rundung – also Bewegung der Lippen – und keiner Bewegung der Zunge. Einzig die Stimmlippen werden kurz aktiv. Und das Gaumensegel, zugegeben.

In der IPA-Übersicht aller Vokale aller Sprachen erscheint der Laut [ǝ] dann auch in der Mitte.

Herkunft der Bezeichnung

Die Bezeichnung „Schwa“-Laut kommt aus dem Hebräischen. In der hebräischen Schrift ist ein „shva“ ein Vokal, der unter Buchstaben geschrieben wird und ein kurzes „eh“ symbolisiert. Er klingt zwar nicht wie das [ǝ], wurde aber im 19. Jahrhundert von deutschen Philologen erstmal erwähnt. Daraus leitete sich der Schwa-Laut der Phonetik ab.

Der Schwa-Laut im Englischen

Der Laut [ǝ] ist der am häufigsten benutzte Vokal in der englischen Sprache. Er kann für alle Vokale benutzt werden. Das englische Wort für Schokolade zum Beispiel: geschrieben chocolate, gesprochen mit einem angedeuteten ǝ: chocǝlat. Aber auch das beliebte amazing wird eher ǝmazing ausgesprochen. Oder in supply, das mehr nach sǝply klingt.

Schreibweise als ǝ

Die mundarten Bayerns grammatisch dargestellt

Die Schreibweise des Schwa-Lautes als um 180 Grad gedrehtes e ist erstmals im Deutschen dokumentiert. In dem Werk „Die mundarten Bayerns: grammatisch dargestellt“ von Johann Schmeller, 1821

Logopädie-Prüfung

Mein persönlich schlimmstes Erlebnis mit dem Schwa-Laut hatte ich, als ich im mündlichen Examen meiner Logopädie-Ausbildung das Wort „Hubschrauberlandeplatz“ in phonetische Umschrift transkribieren musste. Das kleine e in Landeplatz wird als Schwa-Laut gesprochen – mein einziger Fehler.

Magst du den Schwa-Laut? Schreibǝ gern in die Kommentarǝ deinǝ Meinung.

Geschrieben von Alexander Fillbrandt
Alexander Fillbrandt ist Logopäde mit den Schwerpunkten Trachealkanülenmanagement und Dysphagie. Er schreibt gern über logopädische Themen und ist begeisterter Therapeut, Dozent und Autor. Profil

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