Hintergrund

Künstliche Intelligenz soll Dysarthrie verstehen

Künstliche Intelligenz ist schon lange ein wichtiger Faktor im Bereich der medizinischen Forschung. Das hier aber ist wirklich neu.

Alexander Fillbrandt Geschrieben von Alexander Fillbrandt · 1 Min. lesen >

Künstliche Intelligenz (KI), also sogenannte neuronale Netze, sind oftmals gar nicht so intelligent, weil ihnen der Kontext fehlt. Ganz besonders gilt das bei Sprache und Sprechen. Semantische und besonders phonematische Paraphasien sowie dysarthrische Artikulation stellen ein massives Problem für die digitale Helfer dar. Will man aber zum Beispiel eine App entwickeln, die für Patientinnen und Patienten mit entsprechenden Störungen konzipiert ist, müssen eben diese aber erkannt werden.

Aber außerhalb der Therapie ist das ein ebenfalls relevantes Problem. Denn Hersteller wie Google, Apple und Amazon wollen ihre digitalen Assistenten natürlich einer breiten Masse zugänglich machen. Die Spracherkennung ist aber nur für „normales“ Sprechen trainiert.

Google sucht Daten

Hier versucht Google nun einen Schritt weiter zu gehen und sucht nach Personen mit Sprechstörungen, die Bereit sind, Sprechproben zu liefern. Ziel ist es, eine sehr große Datenbasis zu bekommen um damit dann eine KI trainieren zu können. Für ein solches Training sind allerdings sehr sehr große Datenmengen nötig.

Um zu zeigen, dass es Google wirklich wichtig ist, in diesem Feld besser zu werden, sind sie eine Partnerschaft mit zwei wichtigen Interessensgruppen für ALS in den USA eingegangen. Aber jedem mit einer Sprechstörung steht die Teilnahme frei – aktuell für Englisch als Muttersprache.

Was wird daraus?

Es wird dauern, bis die erforderliche Datenbasis erhoben ist und noch mal dauern, bis daraus nützliche Algorithmen geworden sind. Anschließend wird es noch mal dauern, bis diese Funktionen ihren Weg in die Therapie gefunden haben. Aber denkbar sind dann Apps und Geräte, die Patientinnen und Patienten mit Sprech-, und im Weiteren dann hoffentlich auch Sprachstörungen helfen können; im Alltag und in der Therapie.


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Geschrieben von Alexander Fillbrandt
Alexander Fillbrandt ist Logopäde mit den Schwerpunkten Trachealkanülenmanagement und Dysphagie. Er schreibt gern über logopädische Themen und ist begeisterter Therapeut, Dozent und Autor. Profil

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