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Bericht aus Berlin: Petitionsausschuss berät über Qualität logopädischer Versorgung

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Hintergrund ist eine Petition (Vergütung für medizinische Leistungen – Bessere Vergütung der Logopäden [ID 40612]) in der gefordert wurde, die Steigerungsrate der Vergütung logopädischer Therapie von der Steigerungsrate der Grundlohnsumme zu trennen. Eingebracht und daher eingeladen war Frau Schrick, eine Logopädin. Antworten lieferte Frau Widmann-Mauz, parlamentarische Staatssekretärin im Gesundheitsministerium.

Interessant wird es ab Minute 55:00:00. Direkt zum Video auf bundestag.de/tv.

Nach einer eindrucksvollen Schilderung der aktuellen Lage logopädischer Praxen und einer Zusammenfassung der wichtigsten Merkmale unseres Berufes, ging es im Petitionsausschuss um Nachfragen der einzelnen Fraktionen. Hier wurde deutlich, dass die Mitglieder des Bundestages ausgesprochen gut informiert waren.

Die Erkenntnisse aus den Antworten der Bundesregierung – in persona Frau Widmann-Mauz:

  • bei Ärzten wird der Bedarf nach Mortalitätrate gesteuert, bei Heilmittelerbringern eher nach den Kosten,
  • Möglichkeiten haben die Verhandlungspartner (GKV und #dblev) – so gibt es aktuell die Möglichkeiten die Bindung an die Grundlohnsumme zu umgehen und ein Schiedsverfahren einzuleiten. Fraglich ist, wie gerecht die Kräfte verteilt sind. Hier kam berechtigt die Nachfrage nach dem Spitzenverband der Heilmittelerbringer, in dem der #dblev kein Mitglied ist.
  • Das Ministerium braucht Zahlen – und die sollten wir liefern. Ein Thema, dessen sich der neue Vorstand des Berufsverbands annehmen sollte,
  • die Ausgaben der Krankenkassen für Logopädie liegen bei 0,3 % für logopädische Therapie und 6% für die Kontrolle der Heilmittelerbringer, gemessen am Gesamtvolumen der Ausgaben der GKV. Diese Differenz ist errückt!

Eine weitere Diskussion ist sicherlich wünschenswert. Zunächst sollten der Berufsverband der Logopädie e.V. und seine Organe die Ergebnisse der Anhörung auswerten und angemessen reagieren. Frau Widmann-Mauz deutete es in ihren Antworten immer wieder an: Der gesetzliche Rahmen gibt schon heute mehr her, als die Verhandlungspartner im Gesundheitswesen momentan an Spielraum ausschöpfen.

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