Phoniatrisches Gutachten bei der logopädischen Eignungsuntersuchung

Immer wieder kommt es in Bezug auf das Gutachten eines HNO-Arztes bzw. Phoniaters im Rahmen der Bewerbungsphase um einen Schulplatz an einer Logopädie-Schule zu Fragen. Darum darum hier eine Liste mit den wichtigsten Punkten zusammen stellen.

1. „Muss das sein?“
Ein solches Gutachten wird früher oder später auf alle Fälle auf euch zukommen! Logopäden üben zwar keinen typischen Sprecherberuf aus, trotzdem wird die Stimme aber im Beruf stark belastet. Außerdem sollte bei denen die sich anschicken Stimmstörungen zu behandeln die Stimme auch Vorbild sein.

Aus diesem Grund ist dies bereits für die Aufnahme an einer Schule eine der Voraussetzungen. Wenn also bereits im Vorfeld der Bewerbung ein Gutachten verlangt wird, dann ist das sehr früh im Verlauf der Bewerbung, aber spätestens bei der Eignungsuntersuchung an der Schule wird eine HNO-ärztliche bzw. phoniatrische Untersuchung anstehen.

2. „Was kostet das?“
Grundsätzlich kann der HNO-Arzt oder Phoniater den Preis selbst bestimmen. Es handelt sich eben um ein privat in Auftrag gegebenes Gutachten für das kein Vergütungskatalog existiert.

Wer sehr viel Glück hat kann ein solches Gutachten umsonst bekommen. Der Arzt wird es in diesem Fall mit der Krankenkasse verrechnen. Dies finden wir allerdings weder gut, noch ist es nach unserem Verständnis legal. Schließlich würde hier unser aller Gesundheitssystem unnötig belastet.

Die Preise bewegen sich aber im Rahmen von 80 € bis ca. 150 €. Mehr verlangen die Ärzte selten, weniger aber auch nicht.

3. „Was denn nun, HNO oder Phoniater?“
Erwartet wird an einigen Berufsfachschulen für Logopädie ein phoniatrisches Gutachten. Folglich kann dies nur ein Phoniater erstellen.

Viele HNO-Ärzte, gerade die älteren, haben aber eine Weiterqualifikation zum Facharzt für Kommunikationsstörungen (= Phoniater). Seit ein paar Jahren aber ist die Phoniatrie kein Nebenzweig der HNO-Heilkunde. Folglich sind alle „jüngeren“ HNO-Ärzte keine Phoniater.

Das Gutachten besteht aber im Allgemeinen aus einer Funktionsüberprüfung der Stimmlippen und einer Stroboskopie. Beides kann auch eine gut ausgestattete HNO-Praxis leisten.

Daher: sollte in eurer Nähe ein Phoniater sein, wählt diesen, sonst tut es auch ein HNO-Arzt. (Dazu noch der Hinweis: Phoniater kennen sich mit der Logopädie meist bestens aus, werden daher dem Beruf gegenüber aufgeschlossener sein und vielleicht günstiger.)

Diese Punkte helfen euch vielleicht ein bisschen dabei, die Notwendigkeit eines Stimmlippenbefundes zu verstehen. Bei weiteren Fragen kann das Forum zur Logopädie-Ausbildung mit einem speziellen Bereich für die Bewerbungsphase helfen, da gibt es bereits einige Beiträge zum HNO-Gutachten.

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